Das Bild der Frau in ausgewählten Romanen von Heinrich Böll
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Frauenbilder in der Literatur von Männern


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Sonnensegel, Rolladen, Markisen, Plissees

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Nachdem von Judith Butler behauptet wurde, dass Sprache bestimmte vorurteilsbehaftete Geschlechtermuster begünstigt, soll nun geklärt werden, wie männliche Autoren in ihren Werken bestimmte weibliche Stereotypen prägen, um anhand dessen auch das Frauenbild Böll auf solche Stereotypen untersuchen zu können.

Das Thema "Frauenbilder in männlicher Literatur" ist durch die ältere Frauenforschung und durch die jüngere feministische Literaturwissenschaft erschöpfend diskutiert. Zu den wichtigsten Studien in diesem Kontext gehören Silvia Bovenschens "Die imaginierte Weiblichkeit" sowie Klaus Theweleits "Männerphantasien". Anhand dieser Werke soll exemplifiziert werden, wie die zwei maßgeblichen Forschungsansätze der feministischen Literaturwissenschaft sich mit dieser Thematik auseinandersetzen. Silvia Bovenschen als Vertreterin des einen Ansatzes beschreibt die Produktion von Frauenbildern in männlicher Literatur als eine Form von Ideologieproduktion, die über die wahren Machtverhältnisse in der Gesellschaft hinwegtäuscht.
Bovenschen unterscheidet im Übrigen zwischen imaginierten Bildern von Weiblichkeit und "realen" Frauen. Die vorgestellten Bilder gäben indes keinen Aufschluss über das wirkliche weibliche Leben. Trotzdem hätten sie für Frauen eine Leitbildfunktion, an denen sie sich auszurichten versuchten.

"Dem Diktat der Bilder folgend, versuchen sich die Frauen in ihrem Alltag den männlichen Wunschvorstellungen anzunähern, ohne mit diesen...zu spielen. [...] Jenseits der vorgegebenen Bilder - 'der Rollen' - steht indes nur noch die Hypostasierung eines Weiblichen 'an sich', das ohne Vermittlung mit den aus der Sicht der Männer eingeschliffenen oder favorisierten konkreten Ausprägungen so formal und allgemein bleibt, dass es sich jeder Vorstellung entzieht." (1)

Mithin produzierten die Bilder ein Verständnis von Weiblichkeit, welches letztlich doch nur der Entwurf des Mannes sei. Entsprechend eines zweiten Forschungsansatzes wird Literatur nicht als Ideologieproduktion, sondern als Form der Produktion von Wunschvorstellungen verstanden. Hierin drücken sich individuelle und kollektive Wünsche des männlichen Literaten bezüglich der Frau aus. Dieser Ansatz beruht auf psychoanalytischen Theorien und Interpretationsverfahren. Klaus Theweleit ist den Vertretern dieser Richtung zuzurechnen. Für ihn bedeutet "Männerphantasien", dass die Frauenfiguren in der von Männern stammenden Literatur lediglich individuelle und kollektive männliche Phantasien über das Wesen der Frau widerspiegeln.

Die feministischen Ansätze zeigen, dass in der Literaturgeschichte hauptsächlich männliche Autoren literarische Frauenbilder geschaffen haben, die mit dem realen Frauenbild in keinerlei Weise übereinstimmen, sondern ein klischeehaftes Bild der Frau wiedergeben. Ob auch Böll zu diesen Autoren gezählt werden kann, soll anhand seines Frauenbildes untersucht werden. Diesbezüglich haben die feministischen Ansätze, wie oben erwähnt (vgl. Einleitung), folgende Fragen aufgeworfen:

  1. Erscheinen die Frauenfiguren in Bölls Werken ausschließlich in traditionell weiblichen Rollen?
  2. Folgt Böll in seinen Werken der traditionellen Geschlechterhierarchie?
  3. Inwieweit gibt das Böllsche Frauenbild Aufschluss über das reale Frauenleben der damaligen Zeit?
  4. Reflektieren seine Frauenfiguren nur männliche Wunschbilder und Phantasien des Autors?

Anhand der Untersuchung ausgewählter Böllscher Frauenfiguren sollen diese Fragen beantwortet werden.
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(1) Bovenschen, Silvia: Die imaginierte Weiblichkeit, S. 57