Frauen in der Nachkriegszeit
In seinen Werken der Jahre 1953 bis 1971 behandelt Böll das Leben der Menschen im Nachkriegsdeutschland. Seine Frauenfiguren sind eng verbunden mit dem Wiederaufbau Deutschlands, sowie mit der Bewälti-gung von Hunger und Trauer.
Zu diesen Frauenfiguren gehören Käte Bogner, Frau Franke und das Mädchen aus der Imbissbude aus „Und sagte kein einziges Wort“, die Witwen Nella Bach und Frau Brielach sowie die Großmütter aus „Haus ohne Hüter“, Hedwig aus „Das Brot der frühen Jahre“, Marie Derkum, Monika Silvs und Frau Schnier aus „Ansichten eines Clowns“ sowie Johanna Fähmel aus „Billard um halb zehn“.
Das letzte in dieser Bearbeitung berücksichtigte Werk ist der Roman „Gruppenbild mit Dame“, welcher 1971 veröffentlicht wurde. Auch wenn er vergleichsweise spät erschienen ist, ist die Hauptfigur des Romans, Leni Gruyten, von zentraler Bedeutung für das Thema dieser Arbeit. Das wird durch folgende Aussage Bölls bestätigt:
Ich habe versucht, das Schicksal einer deutschen Frau von etwa Ende Vierzig zu beschreiben oder zu schreiben, die die ganze Last der deutschen Kriegsgeschichte zwischen 1922 und 1970 mit auf sich genommen hat.(1)
Die Figur der Leni vereint viele Facetten der Frauenfiguren aus Bölls früheren Werken. Ebenso reflektiert sie die realen Probleme, mit denen Frauen in der Kriegs- und Nachkriegszeit konfrontiert waren.
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(1) Böll, H.; Wellershoff, Dieter: Gruppenbild mit Dame. Ein Tonband-Interview, in: Die subversive Madonna, S.141
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